Malerei ist mein persönlicher Weg, mein Handwerk, welches mir ermöglicht, einer zunehmend problematischen und absurden Welterfahrung eine persönliche Suche nach Sinn und Wirklichkeit entgegenzusetzen. Die uns medial erreichende Welt steht in einem seltsamen Missverhältnis zu meiner real erfahrbaren Umgebung. Meine künstlerische Arbeit steht irgendwie schutzlos dazwischen. Ich musste Methoden entwickeln die Wucht der Eindrücke, Nachrichten und Bilder während der täglichen Atelierarbeit aufzufangen, sie nicht zu verdrängen, sondern mit ihnen umzugehen. Ich bin konfrontiert mit Energien, die nicht meine sind. Ich bin provoziert, entsetzt, herausgefordert, und kann doch nicht direkt reagieren. Diese Energien begleiten mich ungefragt ins Atelier. Ich reagiere mit Wut, mit Aggression, manchmal mit Lähmung. All dies flutet auf meine Leinwände. Ein schönes Chaos.
Dazu kommt die Sehnsucht nach Schönheit, nach Ordnung, nach Zukunft. Alle diese malerischen Gesten allmählich zu ordnen und zu schärfen, sie zuzuspitzen und zu verwandeln in Bilder, in lesbare malerische Strukturen, darin sehe ich mein Handwerk in der Kunst. Diese Prozesse erstrecken sich oft über längere Zeiträume, Versuch und Irrtum kennzeichnen den Weg, oft wird bereits Gewonnenes wieder zerstört oder durch Neues überlagert.
Es reizt mich, solche Prozesse sichtbar und frühere Bildzustände nachvollziehbar zu halten. Das Ergebnis sind Bilder, deren Wege erkennbar bleiben. 
Malerei ist Wissenschaft, sie forscht nach dem Wesen der Dinge, der Magie von Energien und dem Geheimnis des Zusammenhangs. Malerei ist eine sehr intensive Art zu denken, irgendwo weit hinten, entfernt vom Verstand.
Thomas Blase, 2025

"... Doch gibt es noch einen anderen Link zum berühmten Greifswalder und wahrscheinlich war das der Grund, weswegen sich mir sein Name einstellte: den Uttewalder Grund. Seitdem Thomas Blase während eines Telefongesprächs, das wir vor ein paar Wochen führten, eher beiläufig erwähnte, dass er vor Kurzem in der Sächsischen Schweiz auf dem sogenannten Malerweg in den Uttewalder Grund hinabgewandert sei, und mir noch seine Telefonstimme den tiefen Eindruck zu suggerieren schien, den das auf ihn gemacht hatte, sah ich seine Gestalt vor allem grunddurchwandernd zwischen aufgestapelten Felsentürmen. Es ist, dachte ich, dann nur ein Schritt in seine Bilder, die er ebenso durchwandert, freilich unsichtbar. ..." weiterlesen
Norbert Eisold, "Auf dem Malerweg", Eine Verwanderung. (Für Thomas Blase), Katalogtext "querfeld", 2025

"... Die neuen Bilder scheinen eine Zone von Erfahrung und Empfindungen in der Person von Thomas Blase zu berühren, die erst jetzt schrittweise zugänglich wurde, von der vermutlich auch der Maler selbst wenig wissen wollte, solange er sich im Prozess seiner Malerei nicht darauf zu besinnen wagte. Wir erleben eine in Form, Methode und Temperament gereifte Haltung des Malers, die ohne Scheu auch äußere Konflikte ins Bild lässt. Uns begegnet eine Sprache der Malerei, die sich nicht in illustrativen Abhandlungen verzettelt, sondern sich in ihrer Gesamtkonstellation visuell direkt, pur und unmittelbar mitteilt. ..." weiterlesen
Uwe Gellner, "Im Vorgang der Malerei", Katalogtext "querfeld", 2025 

"... Die Bilder von Thomas Blase geben ihren Betrachtern keine perspektivisch konstruierte Raumillusion auf der Fläche, sondern Raumeindrücke, die durch die faktische Überlagerung halbtransparenter Farbflächen entstehen, die von warmen Farbtönen mit Nahwirkung und kälteren mit Fernwirkung ausgehen, vom Verhältnis der größeren zu den kleineren Formen etc. Keine Fensterblicke in die Welt also, sondern die Kultivierung bildnerischer Energien und Zeichen, die uns so natürlich erscheinen wie Sanddünen, Flussläufe und Wolkenformationen ..." weiterlesen
Kai Uwe Schierz, Laudatio "Unter dem Sommer", Petra Töppe-Zenker + Thomas Blase, Sömmerda, 2019

"... Als einen sinnstiftenden Rahmen finden wir fast immer Elemente einer Reflektion von Landschaft, gleichzeitig streben die Arbeiten aber immer darüber hinaus oder schrecken davor zurück. Ein dramatisches Wechselspiel von Finden, Zulassen, Übermalen und Auslöschen spielt sich ab, hinterläßt aber niemals Leere, sondern den Reichtum der Spuren dieses Prozesses. ..." weiterlesen
Jörg Wunderlich, Laudatio in der UFO-Galerie Halle, 2009

"... Landschaft: das sind viele Schichten von verformten Ablagerungen, Humus und Sand und Geröll und Felsen. Erosion, Vegetation-Wechsel, tektonische Verschiebungen, jene Spuren, die Kalt- und Warmperioden hinterlassen. Und dann kommen so kleine Wesen und die hinterlassen Kulturlandschaften, Industrielandschaften, Bergbaufolgelandschaften, Stadtlandschaften, gewerbliche Mischnutzungen, Ruinenlandschaften, die wiederum wahlweise romantisch oder – wie jetzt wieder aktuell in Europa – als aktives Schlachtfeld. ..." weiterlesen
Rüdiger Giebler, Landschaftsmalerei, Laudatio Zeitkunstgalerie Halle, 2016

"... Der Maler sieht sich in die Situation und vor die Aufgabe gestellt, trotz und angesichts der überlieferten und aktuellen Bilder, der zunehmenden Geschwindigkeit, mit der sie wechseln und wahrgenommen werden (müssen), ein gültiges Bild zu finden, in dem die Dimensionen unseres Lebens enthalten sind. Seine Suche danach spielt sich im Prozeß des Malens selbst ab und spiegelt sich darin wider. ..." weiterlesen
Cornelia Wieg, "Augenblickliche Landschaften", Ausstellungskatalog Landeskunstausstellung Sachsen-Anhalt 2003, Kunst_Sachsen-Anhalt2, Landschaft(en), Wildflecken und Gartenreich, 2003